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Technik

Teamtreff Donnerstag 12.04.2018

Unterwegs mit der SpreeArche


Am 12. April gingen die beiden Teams Technik und Physik auf große Fahrt auf einem Gastronomieschiff. Mit dem Floß holte uns der Inhaber ab und zeigte uns seine SpreeArche. Was aber machen wissbegierige SchülerInnen, LehrerInnen und BetreuerInnen auf einem Gastronomieschiff, das noch nicht einmal wie ein Schiff aussieht?

Aber fangen wir von vorne an:
Der Eigentümer Frank Cotte hatte einen Traum: Er wollte ein schwimmendes Restaurant aufbauen, dass Nachhaltigkeit und Erholung verbindet. Und so entstand, nach der ersten Arche, die noch in der Rummelsburger Bucht lag, die neue SpreeArche mit vielen Besonderheiten.
Statt, wie üblich, einen Schwimmkörper aus Stahl zu benutzen, hatte sich Frank Cotte in Holland umgesehen und ist fündig geworden. Es sollte ein Betonschwimmkörper werden, der weder jedes Jahr einen neuen Anstrich noch sonstige Wartungsarbeiten benötigt.
Der 20 cm dicke Stahlbetonkörper mit einem Eigengewicht von 100 t, einer Höhe von knapp 2 m und einer Grundfläche von 100 qm, trägt das Blockhaus mit nochmals 70 t und bis zu 100 Gästen.

Aber: Ist Beton nicht viel zu schwer, warum geht es nicht unter?
Während die „Techniker“ eher die Frage nach der Stabilität des quaderförmigen Baukörpers stellten, war es an den „Physikern“ den Auftrieb zu berechnen. Letzteres, so wurde es beschlossen, ist eine Frage, die es gemeinsam mit dem Physiklehrer zu lösen gilt.

Nun, dass es schwamm, war unschwer zu erkennen und manchmal auch zu spüren. Aber was befindet sich im Bauch des Schiffes, was so innovativ ist, dass ein Besuch lohnte?
Also die Treppe hinab und nachgeschaut. Das erste, was wir erblickten, war eine große Kühlzelle und das Getränkelager. Das konnte es noch nicht sein, was uns interessierte!
Also Blick in die andere Richtung. Und da sah man riesige Tanks, eine Menge technischer Geräte, Pumpen und Rohre. Das Herzstück der Trinkwasser- und Abwasseraufbereitungsanlage. Die SpreeArche bezieht ihr Trinkwasser aus der Spree und bereitet es durch modernste Filteranlagen so auf, dass alle Schadstoffe aus dem Wasser entfernt werden.

Über Entkalkungs-, Osmose-, und weiteren Filtern werden alle schädlichen Bestandteile entfernt. Die immer problematischer werdenden Medikamenten- und Düngemittelrückstände werden dabei ebenso vollständig herausgefiltert.
Dieses Wasser ist absolut rein: kalk-, eisen-, aber auch mineralienfrei. Deshalb werden für die Getränkezubereitung wieder Mineralien zugesetzt.
Alle auf der Spreearche anfallenden Abwässer (Wasch- und Toilettenabwasser) werden direkt an Bord geklärt und durch modernste Technik aufbereitet. Das geklärte Abwasser hat nach der Reinigung annähernd die Güte von Trinkwasser und kann direkt in die Spree abgegeben werden. Nur einmal im Jahr müssen die Behälter geleert werden. Früher, so erinnert sich Frank Cotte, musste bei der alten Arche einmal pro Woche das Entsorgungsschiff kommen, um das Abwasser abzupumpen. Etwa ein Drittel der Unterschiffsfläche beansprucht die Wasser- und Abwassertechnik – gut investiert und mit innovativer Technik ausgestattet.
Und wie wird das Schiff beheizt? Hier kommt eine Luft-Luft-Wärmepumpe zum Einsatz. Nur Elektroenergie bezieht das Schiff noch von Land und natürlich die BesucherInnen, die mittels Floß oder Boot hier anlanden.
Das ist gelebte Nachhaltigkeit und ein Beitrag zum Umweltschutz.

Dass das nicht ohne Widerstände geht, erzählte Frank Cotte bei einem kleinen Imbiss auf der Terrasse des Dachgeschosses. Wir erfuhren über Zulassungsprobleme, Unverständnis für Innovatives und anderen Unwägbarkeiten im Genehmigungsprozess.
Aber auch das gab Frank den SchülerInnen mit auf den Weg: Wenn man etwas wirklich will, mss man dafür kämpfen, muss man etwas tun. Von allein gelingt meist nur Mittelmaß – das sonst Übliche!

Mit der Fährfahrt zurück an Land und während des Weges entlang der Spree, gab es Diskussion über den Bau des Spreetunnels, unserem Projekt und einem zusätzlichen Treffen am Pfingstdienstag. So endete der Besuch in einem Restaurant mit viel KnowHow unter Deck.
Vielen Dank an den Gastgeber für die erlebnisreichen Stunden an einem außerschulischen Lernort. Wer mehr über die Technik und das Schiff erfahren möchte, kann hier weitere Informationen bekommen: www.spreearche.de/spreearche-umweltschutz/









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