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Technik

Teamtreff Dienstag 20.02.2018

Wie kommt das Wasser aus den Brunnen in die Haushalte?


Gemeinsam mit den Teams Nachhaltigkeit und Physik sollte dies ein spannender und langer „Arbeitstag“ für die interessierten SchülerInnen werden. Start war am Museum „Altes Wasserwerk“ Die Führung begann mit einer geschichtlichen Zusammenfassung der Wasserversorgung Berlins. Während früher das Spreewasser zur Aufbereitung als Trinkwasser genutzt wurde, sind es heute Tiefbrunnen von 30-100 Meter Tiefe (in Berlin existieren rund 800), aus denen der Rohstoff Wasser abgesaugt wird.

1988 wurde zur Wasserversorgung in Spitzenzeiten noch ein neues Pumpwerk in Betrieb genommen, welches das Wasser des Müggelsees fördern sollte, um es zu Trinkwasser aufzubereiten. Auf Grund des stark fallenden Wasserverbrauchs nach der Wiedervereinigung ging es aber nie in Dauerbetrieb und ist heute stillgelegt. Allein acht Pumpen mit je 160 kW waren für die Förderung vorgesehen, eine installierte Leistung, die für ein kleines Dorf ausreichen würde und immerhin ca. 700 Kaffeemaschinen gleichzeitig betreiben kann. Im Maschinensaal konnten die riesigen, senkrecht montierten Dampfmaschinen bewundert werden. Schon allein das 5 Meter große Schwungrad ließ erahnen, welche Kraft eine solche Maschine entwickeln kann. Per Elektromotor in Betrieb genommen, setzte sich der Koloss mit immenser Geräuschkulisse in Bewegung.

Wie viel Lärm hier einmal geherrscht haben muss, wenn alle Maschinen in Betrieb waren, kann man nur schwer fassen. Letztlich dienten sie dazu, die Schöpfpumpen anzutreiben, die das Wasser aus dem Sammelbrunnen zur Aufbereitung auf die andere Straßenseite transportierten. Ein Schiffsanlegeplatz direkt am Wasserwerk und eine Schienenbahn sicherten den Kohlenachschub für das Kesselhaus und die Dampferzeuger. 1979 wurde die letzte noch im Betrieb befindliche Dampfmaschine stillgelegt und damit der reguläre Betrieb eingestellt. Seither ist das gesamte Gelände Museum und technisches Denkmal – ein Muss für jeden Technikfreak.

Das zweite Ausflugsziel führte die drei Teams ins „neue“ Wasserwerk. Gemeinsam mit dem Wasserwerk in Tegel sind die zwei größten der insgesamt 9 Wasserwerke in Berlin.
Sehr spannend und informativ, erklärte und zeigte Frau Voss von den Berliner Wasserbetrieben den Weg des Wassers aus den Brunnen zum Verbraucher. Besonders beeindruckend sind die riesigen Filteranlagen und die vielen Zwischenschritte bis aus Brunnenwasser Trinkwasser wird. Das Berliner Trinkwasser ist von sehr guter Qualität und enthält wertvolle Mineralien und Spurenelemente.
Allerdings gibt es auch Bestandteile, die dem Wasser entzogen werden müssen. Dazu betreiben die Berliner Wasserbetriebe einen enormen Aufwand, um vor allem den Eisen- und Mangangehalt im Wasser zu minimieren. Darüber hinaus ist der hohe Kalkgehalt, der die Härte des Wassers bestimmt, ein Problem. Zukünftig könnten die nachweisbar wachsenden Rückstände von Pflanzenschutz- und Arzneimitteln zu einer weiteren Hürde werden.













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